Walter J. Hollenweger
 
Professor Dr. Walter J. Hollenweger wurde 1927 in Antwerpen geboren. Der gelernte Bankangestellte wurde vorerst Prediger in der Schweizerischen Pfingstmission. Um seine theologischen Kenntnisse zu vertiefen, studierte er als Werkstudent Theologie in Zürich und Basel, arbeitete darauf als wissenschaftlicher Assistent und promovierte 1965 in Theologie. Von 1965 bis 1971 war er Exekutivsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) in Genf und wurde dann zum Professor für Mission und Interkulturelle Theologie in Birmingham berufen, wo er bis 1989 wirkte. Hollenweger ist Verfasser des «Friedensmahls» sowie zahlreicher «szenischer und narrativer Exegesen». Er gilt insbesondere als Kenner der weltweiten Pfingstbewegung und hat rund 20 Bücher verfasst.
 
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Auf der Suche nach dem Heiligen Geist

In ihren Pfingstgottesdiensten feiern die christlichen Gemeinden die Entsendung des Heiligen Geistes und damit zugleich die Gründung der Kirche. Einen doppelten Grund zum Feiern haben dabei die so genannten Pfingstkirchen, in denen das Wirken des Heiligen Geistes besonders betont wird: Sie gelten als derzeit weltweit am schnellsten wachsende christliche Gruppierung. Eine kritische Einordnung.

Der Grund für die weltweite Ausbreitung der Pfingstbewegung liegt nicht in ihrer Theologie. Diese ist relativ konservativ und enthält wesentliche Elemente der katholischen Volksfrömmigkeit, zum Beispiel die Heilung der Kranken durchs Gebet, was aber die Pfingstler kaum wissen. Sie verstehen sich als erzprotestantische Freikirche, sie sind Meister der mündlichen Kommunikation nach dem Vorbild Jesu, der sich nicht auf Begriffe und Argumente konzentrierte, sondern auf Gleichnisse und Gleichnishandlungen – im Gegensatz zu unseren Theologen. Diese Sprache zwang die Hörer zum eigenen Nachdenken und Übersetzen.
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